Das Gehörte und Erlebte der letzten Tage hat einen alten Traum in mir geweckt und eine große Sehnsucht nach der Ferne ist wieder in mir entflammt.
Ich fühle mich im Moment, als könnte ich überhaupt gar nicht mit dem Gedanken leben, solch eine Reise zu verpassen. Vielleicht ein Jahr oder auch nur ein halbes Jahr in einem Afrikanischen oder Lateinamerikanischen Land zu leben, zu arbeiten... Diese Erfahrung wäre unbezahlbar, sie ginge so tief, dass sie eine ganze Persönlichkeit ändern könnte, Sichten umformen könnte.
Aber wann und wie verwirklichen? Zeitliche Probleme und Geldprobleme stoßen auf andere Wünsche und Vorstellungen für die Zukunft, wie Kinder haben und sich irgendwo „niederzulassen“. Mein Leben kommt mir so begrenzt vor und manchmal so unvorstellbar absehbar und vorgeschrieben. Ich möchte da raus, weg von dieser Schiene, ausbrechen und etwas anderes tun. Ich fühle mich tief gespalten im Innersten. Es kann doch nicht sein, dass sich verschiedene Wünsche ein und desselben Menschen gegenseitig so behindern.
Einerseits bin ich der „gutbürgerliche“ Typ, der sich mal ein Häuschen bauen will, Kinder und eine glückliche Familie haben. Andererseits will ich ganz andere Dinge am besten nebenher auch noch erleben. Die Welt sehen, Erfahrungen sammeln in der Arbeit mit Menschen, die ganz anders sind als wir, die unsere Probleme nur belachen können, weil ihre viel tiefer greifen. Damit ich lernen und verstehen kann, wie anmaßend wir uns hier zulande verhalten und mich selbst aktiv ändern kann, um wirklich aus diesem eingefahrenen Schema rauszukommen. Ich weiß nicht, ob es verständlich ist, was ich hier erzähle. Es ist mir auch gar nicht möglich, das, was ich gerade denke und fühle in Worte zu fassen. Sehr komisch.
Aber wenn ich ansatzweise herübergebracht habe, in welcher Zwickmühle ich mich gerade gefühlsmäßig befinde, ist das schon ok.
Auf jeden Fall muss ich mir diesen Wunsch irgendwann erfüllen, sonst verfolgt mich dieser Gedanke, dieser Traum mein Leben lang.
annisgehirn - 11. Dez, 12:06
Was ist nun eigentlich dran am Geister beschwören? Gibt es so was wie Geister, und wenn ja, kann man wirklich mit ihnen „reden“? Komischerweise hatte ich die letzte Zeit sehr oft Gespräche über dieses Thema. Gestern schon wieder. Haben uns zum Kochen getroffen und kamen auf das ganze Gruselthema und jeder hat mit seinem Glauben bzw. seinen Geistergeschichten rausgerückt. Hab jetzt schon von einigen Freunden erzählt bekommen, dass sie solche paranormalen Erfahrungen gemacht hab. Einerseits, ist es schwer, dass zu glauben (obwohl ich sogar an Geister glaube), andererseits kann ich mir auch nicht vorstellen, dass ich von doch reifen Freunden angelogen werde, wieso sollten sie auch?
Jedenfalls hab ich mich mal im Internet umgeguckt und mir eine Geisterbeschwöranleitung rausgesucht. Hab mir dann so ein witchboard gebastelt, wie man es braucht, um mit dem Geist zu reden. Von einer Freundin wurde mir penetrant davon abgeraten. Sie hält es für wirklich gefährlich. Ich hab es natürlich trotzdem versucht. Schließlich will ich jetzt wirklich wissen, was dran ist! Ich hab es mit Robb versucht. Wir haben ne Weile gewartet, immer wieder den Geist gebeten, sich zu melden, aber es ist nichts passiert. Gar nichts...
Ja, einerseits könnte mir das jetzt sagen, dass das ganze Gefasel Quatsch ist. Ist ja auch komisch, dass man zu einer Beschwörung mindestens zwei Leute braucht (allein kann ja auch niemand das Glas in alle Richtungen schieben). Aber andererseits sag ich mir, dass wir viel zu ungeduldig waren. Denn ich habe gelesen, dass sich manchmal der Geist erst nach einer Stunde meldet und wir haben nicht mal eine viertel Stunde ausgehalten... Außerdem haben mein Bruder und ich vielleicht nicht diese spirituelle Energie, die man dazu braucht. Ach, ich weiß doch auch nicht. Jedenfalls ist meine Wissbegier noch nicht befriedigt. Ich glaube, ich bin mir erst sicher, wenn ich dass mit jemandem gemacht hab, der behauptet, bei ihm klappt`s (zu zweit, versteht sich, damit ich die Kontrolle über das Fremdschieben hab *g) und es klappt immer noch nicht.
annisgehirn - 10. Dez, 09:08
Bimbotown... eine Legende hier in Leipzig. Ich wohn jetzt seit ca.7 Wochen hier und hab schon etwa einemillionmal davon gehört. Da findet jeden ersten Samstag im Monat eine sagenhafte Party statt. Es wird beschrieben, wie sich Tische und Stühle bewegen, Barhocker vibrieren, Betten durch den Club fahren, Gegenstände umherfliegen und die Sofas Menschen verschlucken, um sie dann wieder auszuspeien. Nach dem, was ich darüber gehört hab, gibt es wohl auf der ganzen Welt nichts geileres.
Und so kam es, dass wir uns gestern dort hin begaben. Erst hingen wir mit bei mir rum, versicherten uns noch mal auf der Homepage des Clubs, wo er denn ist und schwangen uns gegen Mitternacht auf die Räder. Sind in die Südvorstadt gefahren, bis in die Fockestraße. Ja, und dort sollte Bimbotown angeblich sein. Fockestraße 80. Sind diese elend lange Straße immer weiter gefahren, bis es auf einmal schien, dass sie einfach endet. Doch die Hoffnung nicht verlierend, haben wir uns durch Matsch und Dreck durch ein Waldstück gekämpft. Und siehe da, die Fockestraße ging wirklich weiter. Nur sah es überhaupt nicht mehr nach einer Gegend aus, in der sich ein großer Club befinden könnte. Links edle Einfamilienhäuser und rechts nur Wald. Was soll`s - weiter! Tatsächlich tauchte plötzlich mitten im Wald ein dunkles Gartentor auf, auf dem die Nummer 80 stand (was man in der Dunkelheit nur in einer Entfernung von höchstens 10cm lesen konnte). Und siehe da, das Tor war offen. So sind wir erst mal weite auf dieses Gelände heraufgegangen. Und nun erhob sich vor uns eine riesige Bauwagenlandschaft. Das ganze hat stark an die Akte X Folge „der Zwilling“ erinnert. Überall diese „Zigeunerwagen“, eingerichtet und teilweise mit Licht an und Türen offen. Dazu noch eine riesige Halle, alle Scheiben zerschlagen, totales Chaos und Licht an. Und eine Totenstille. Eine Party fand da jedenfalls nicht statt!
Keine Menschenseele. Lea und ich überwunden uns, zu einem Wagen zu gehen, wo Licht war und die Tür offen stand. Man konnte ganz deutlich erkennen, dass da wirklich jemand wohnte. Üble Poster mit gemeinen Monstern konnte man erkennen. Wir haben gerufen, ob da jemand ist... – nichts. Also, ehrlich, ich fand`s ziemlich gruselig.
Ne Weile saßen wir noch unschlüssig rum und rätselten, was wir falsch gemacht haben. Waren wir falsch? Oder richtig, aber es fand doch keine Party statt? Wir wussten ja, dass das Ganze super alternativ war und es könnte gut in diese Umgebung passen, andererseits fehlte ein passendes Gebäude, in dem diese technischen Vorrichtungen um alles bewegen zu lassen, existieren könnten. Naja, sind dann die ganze verdammte Straße abgefahren und haben jeden Menschen, den wir gesehen haben, danach gefragt. Keiner wusste was. Dachten schon, das sei einfach eine riesige Verarsche, den Club gibt’s bestimmt gar nicht. Sind also einfach in die Karl-Liebknecht-Straße gefahren und haben uns ins Puschkin gesetzt und Bierchen geschlürft... Super. Einige Stunden später haben wir dann von einer Kellnerin erfahren, dass das Bimbotown schon vor Ewigkeiten nach Plagwitz gezogen ist... Naja, war auch so n ganz netter Abend...
Vielleicht berichte ich in den nächsten Monaten noch mal davon, wenn ich denn wirklich da war!
annisgehirn - 5. Dez, 19:54
Waren heute auf dem Weihnachtsmarkt. Hab gehört, der wäre super toll. Bis heut hatte ich damit nur Ärger. Es ist nämlich ganz furchtbar, wenn man es eilig hat und ins/durchs Zentrum will und tausende Omis und Kinder einem vorm Rad rumeiern und einen dann auch noch ausmeckern. Ok, es ist ganz nett, dass ich jeden Morgen vom Froschkönig gegrüßt werde. Denn mein Weg zur Uni führt am Märchenland vorbei und der Froschkönig gibt jeden morgen ganz schreckliche Geräusche von sich. Irgendwann gewinnt man ihn sogar lieb.
Achso, jedenfalls war ich mit Nils auf dem Weihnachtsmarkt. Irgendwie ist er genau, wie alle anderen. Glühwein, Crepes, Bratwürste, etc., dazu Kerzen, Socken, Christbaumschmuck, Holzspielzeug und sonstiges. Also, alles, was man auf jeden X-beliebigen anderen Markt auch findet, nur jeder laden ca. 20fach. Man konnt sich nicht schneller als in Tiptopschritten bewegen, und wenn man nicht aufgepasst hat, wurde man mit irgendwelchen zeug bekleckert oder überschüttet. Natürlich ist das Ambiente schon ganz nett, denn der Markt verteilt sich über dass gesamte Zentrum, das ist schon beeindruckend. Das Zentrum ist ja auch architektonisch bewundernswert. Ansonsten war der einzige interessante Stand, einer, der Knobelspielzeuge verkauft hat. So übel schwere Sachen, die man auseinander/ bzw. wieder zusammen kriegen muss. Da konnte man sich wirklich aufhalten.
annisgehirn - 5. Dez, 19:53
Donnerstag war cool! Bin mit Robb auf die Weihnachtsfeier seiner Schule gegangen (er macht ne Ausbildung zum Physiotherapeuten). War eigentlich ne interne Party, wir mussten Name und Klasse angeben. Hab mich also in Robbs Klasse gedichtet.
Es fand dann ne Verlosung statt unter allen Schülern. Wer aufgerufen wurde, musste nach vorne, n Gedicht aufsagen, n Lied singen oder n Witz erzählen und durfte dann dem Weihnachtsmann in seinen Sack greifen. Ich meinte schon zu Robb und seinen Klassenkameraden, dass bestimmt ich was gewinne. Und wirklich! Ich, die Eingeschlichene, wurde gelost! Leider wusste ich nicht, was ich sagen sollte, da das einzige Weihnachtsgedicht, was ich kenne, schon aufgesagt wurde. „Lieber, lieber Weihnachtsmann, schau mich nicht so böse an, stecke deine Rute ein, ich will auch immer artig sein.“ Naja, ich hab dann auf den alten Witz, warum der Weihnachtsmann so einen großen Sack hat, zurückgegriffen. (Weil er nur einmal im Jahr kommt) Ist zwar nicht der mega Brüller, aber die Meute hats gefreut. Die Moderatorin sagte: „wenigstens einer, der an unserer Schule noch lebt“. Sehr treffend. Ich hab ein Bübchen Shampoo for kids bekommen, mit Himbeergeruch. Wollt ich schon immer haben! Dafür hat sich der Abend echt gelohnt! Außerdem gab es Essen und Trinken alles für 50 Cent, war auch nett, so, wie die Band...
War wohl für einige n bisschen zuviel Glühwein (ne, Robb??). Hatte am Ende n Pakt mir der Kellnerin, dass sie Robb keinen Wein mehr gibt. Er war stink sauer und hat sich am Ende einfach selbst bedient. Ach ja, er hat gesagt, er hasst mich deswegen. Zum Glück hat er das vergessen J
annisgehirn - 5. Dez, 19:51
Ach ja, das Studentenleben is was feines!
Nix zu tun und dauernd frei... So lässt sich`s leben!
Am Mittwoch war ich auf der Hop-oder-Top-Party. Bin leider zu spät gekommen, hab nur noch zwei Auftritte gesehen. Ach so, das ist n Talentwettbewerb, bei dem jeder teilnehmen kann, der Lust hat. Das Publikum entscheidet dann mit dem Daumen nach oben/ bzw. nach unten, wer der Gewinner des Abends wird.
War ne kleine Zwei-Mann-Band. Gitarre, Mundharmonika, Gesang. Die waren echt gut (haben auch gewonnen). Der letzte war n zweistimmiger Kunstpfeifer, lustig, aber nicht überwältigend. Ja, jedenfalls hab ich mal ein bisschen Leipziger Kultur erlebt.
Und um noch eins draufzusetzten sind wir dann ins Museum gegangen. Da war nämlich Tag der offenen Tür und man konnte bis Mitternacht kostenlos rein (wir hatten es da ungefähr 23:40). Witzigerweise wusste auch keiner von uns, was das für ein Museum ist... Jedenfalls waren haufenweise Gemälde drin ...*.-) Z.B. von Kokoschka und Pechstein. Die hab ich mir gemerkt, weil ich sie „wiedererkannt“ habe, Gedächtnisrelikte aus dem Kunstleistungskurs...
Ich wär auch fast nicht reingekommen. Musste noch kurz telefonieren, während die anderen schon reingegangen sind. Als ich dann rein wollte, waren die Türen verschlossen und die Männer hinter dem Glas signalisierten mir, dass sie jetzt niemanden mehr reinlassen würden. Ich hab ne ganze Weile ans Glas gehämmert, bis die Tür einen Spalt geöffnet wurde und mir Gehör geschenkt wurde... Hab erklärt, dass doch alle meine Freunde schon drin sind *heul* und wurde dann „noch gerade so“ reingelassen. Nicht zu fassen!
Sind durch das riesige Museum galoppiert und haben nicht ein mal die Hälfte gesehen. Noch dazu wurden wir blöd angemacht von so`nem Wärter, als wir auf der Treppe standen, um uns so ein Lichterensemble näher anzuschauen. Hat der uns doch glatt angeferzt, ob wir da übernachten wollen. Ich hätt ja nichts dagegen gehabt...
Sind dann in die MB gezogen, während Jens unschuldige Katzen gejagt hat. Die Moritzbastei (MB) ist übrigens der größte Studentenclub Europas (wow).
Naja, das alte Gemäuer ist ganz cool und auch, dass sich in diesem Club die verschiedensten Leute versammeln, praktisch aus jeder Szene ein bisschen was. Aber trotz der 3 Floors triffts meinen Musik-Tanzgeschmack wenig. Die Stunden, die ich da war, liefen nur zwei Lieder, die mir wirklich gefallen haben und wo ich unbedingt tanzen wollte... Das waren muscle museum (muse) und raum der zeit (wizo).
Sind also die meiste Zeit desorientiert von Raum zu Raum gezogen und halb drei wieder gegangen. War trotzdem nett.
annisgehirn - 5. Dez, 19:49
Joa.. da bin ich nun mit meinem ersten Blog...
Danke erst mal an Caligari: denn du bist Schuld, dass ich mich hier vergreife ;)
Also... Anni goes to leipzig... das stimmt so nicht ganz, denn Anni is schon in Leipzig!
Bin Mitte Oktober hier her gezogen, mehr oder weniger unfreiwillig. Komme aus Berlin und wollt auch da bleiben. Nur hat mich die HU abgelehnt... So hat`s mich an die Uni Leipzig verschlagen.
Wohn hier inna WG mit meinem Bruder Robb und Susi (im Stadtteil Reudnitz).
Ach ja, ich studiere übrigens Sonderpädagogik.
Soweit so gut...
Ich denk, das reicht erst mal zur Einführung *g
annisgehirn - 5. Dez, 19:46