Donnerstag, 7. April 2005

Tachchen!

Ich willkommne mich erst mal selber wieder hier zurück in Leipzig. Zwei Monate weg von „zuhause“ is schon was *g
Mein Urlaub war toll. Entspannend und trotzdem erlebnisreich. Auch Ostern war cool. Familiy pur, Eier suchen im Wald, sehr spaßig!
Diese Woche ist bis jetzt total chaotisch. Aber das ist wohl normal für den Semesterbeginn.
Wenigstens hab ich die blöde Matheklausur hinter mir, die lag mir wie ein Stein auf dem Herzen *schnüff*
Alles in allem versuchen sich hier tausende Studenten in Veranstaltungen einzuschreiben, die insgesamt nur 20 Leute aufnehmen. Naja, ist natürlich übertrieben, aber so ähnlich halt.
In den meisten Seminaren sieht es so aus: 120 Leute, 25-40 werden aufgenommen. Dann wird erst mal selektiert. Die älteren Semester dürfen sowieso bleiben, alle, die die Grundvorlesung nicht haben, müssen gehen und manchmal auch die, die durch irgend ne Prüfung gefallen sind. Und dann wird aus dem Rest (ca 100) ausgelost, wer bleiben darf. Wenn man großes Glück hat, sehr großes Glück, wie mir scheint, kann man alle Veranstaltungen besuchen, die man braucht und wirklich nach dem 3.Semester zur Zwischenprüfung zugelassen werden. Aber ich habe rausgefunden, nach einigen Gesprächen mit Leuten aus höheren Semestern, dass es wohl sowieso die Regel ist, dass man das Grundstudium um ein Semester verlängert, weil es gar nicht anders geht. Da erscheint es mir noch absurder, dann man Studiengebühren einführen will. Denn wenn man uns zwingt, etwas zu zahlen, dann muss man doch wenigstens gewährleisten können, dass wir das Studium in der Regelstudienzeit abschließen „könnten“! Ok, ich muss sagen, ich hatte diese Woche beim Losen Glück und hab die elementaren Sachen bekommen. Aber Freunde von mir sind in mehrere Kurse nicht reingekommen. Das ist für einige schon jetzt die Gewissheit, das Grundstudium verlängern zu müssen. Alles eine riesen Sauerei!
Und von Werken muss ich erzählen. War ja saumäßig froh, dass ich einen Platz bekommen hab. Aber dann war es die Hölle. Wir sollten ein Skizzenblatt anfertigen, auf kariertem Papier. Ok. Aber ihre Anweisungen: Links 5 Kästchen Rand, oben, unten und rechts 2 Kästchen. Unten noch mal 4 Kästchen über dem Rand eine Linie ziehen. In diesem Rechteck jeweils von rechts und links 8 Kästchen zur Mitte und von da die 4 Kästchen nach unten. Diese noch mal längs halbieren. Jetzt die große Fläche vierteln. Aber nicht mit dem Lineal, nein, Kästchen zählen! Unten, in die vielen wilden Kästchen sollten dann Name, Datum, Blattnummer (!), Kursbezeichnung und Titel rein. Titel war :“Linienarten“. Aber aufgepasst: kleine Buchstaben füllen ein Kästchen, große anderthalb! Und ja den Bleistift benutzen (angespitzt!). Das wir dieses megacrasse Skizzenblatt designed haben, um darin Linien zu üben, wussten wir übrigens vorher nicht. Dann gings los mit dem Üben von Linien ziehen. In unser erstes Rechteck kamen dünne Linien, also wenig Druck benutzen! In das zweite kamen fette Linien, mit viel Druck gezeichnet. Man musste beim Linien zeichnen darauf achten, dass rechts und links jeder Linie 2 Kästchen Platz waren und alle zwei Kästchen wurde eine Linie gezeichnet, also wurde pro Rechteck die entsprechende Linie 12 mal „geübt“. Ins dritte Kästchen kam die gestrichelte Linie, aber da durften die Zwischenräume ja nicht so groß sein, wie die Linienbruchstücke, sondern nur ein-zwei Millimeter! Genauso bei der Punkt-Strich-Linie im 4. Kästchen.
Ich hab mich nur gefragt: HALLO??? Wo Bin ich hier? Ich hab in meinem Leben noch nie so große Kleinscheißerei erlebt!!
a) ich kann Linien zeichnen!
b) ich bin nicht zum Kästchenzählen zur Uni gegangen!
c) was bitte ist wichtig an den Abständen bei Stichlinien??? Hauptsache, man erkennt, was für eine Linie es ist!
Ich bin da drin fast geplatzt von Wut. Und das schärfste war, dass die Frau tatsächlich alle rausgeschmissen hat, die Werken 1 nicht besucht haben, weil sie damit wohl nicht die Vorraussetzung für Werken 2 haben. Im letzten Semester Werken haben wir diese Dinge gelernt, von Demut und Askese und so (siehe Eintrag vom 23. Januar 05), nichts essentielles. Und das soll die Voraussetzung sein, um jetzt 100 Striche auf ein perfekt eingeteiltes Blatt zu malen??? AAARRGGHHHHHH
...Ansonsten geht’s mir gut!

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